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Umgang mit Sex

So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so unterschiedlich sind auch unsere Bedürfnisse und Einstellungen zur Sexualität und zur Art, wie wir diese leben: Manche würden am liebsten mehrmals täglich, anderen genügt ein paar Mal im Jahr. Viele Männer wünschen sich Sex ausschliesslich mit einem festen Partner. Andere finden Zweierbeziehungen zwar gut und recht, aber deshalb wollen sie noch lange nicht auf sexuelle Abenteuer verzichten: Es gibt schliesslich massenweise nette Kerle, die zu verführen es sich lohnt. In manchen Beziehungen wird offen darüber gesprochen, wer mit wem ins Bett geht, andere ziehen es vor, den Mantel des Schweigens über ihre «ausserehelichen» Beziehungen zu breiten. Es gibt Jungs, die können einem flüchtigen Abenteuer überhaupt nichts Erotisches abgewinnen, während gerade der Kitzel des Neuen, Unbekannten für viele den eigentlichen Reiz darstellt. Oder man probiert mal aus, was es mit einer heissen Nacht zu dritt (zu viert, zu fünft …) auf sich hat?

Lass' deiner Fantasie freien lauf

Der Fantasie und den Möglichkeiten sind da kaum Grenzen gesetzt. Es gibt kein Richtig oder Falsch, Zuviel oder Zuwenig, sondern bloss die Frage, ob du und dein/-e Partner diejenige Sexualität leben können, die ihr euch vorstellt und wünscht. Sex soll Spass machen, Freude bereiten, geil und aufregend sein. Völlig egal, ob zwischen Mann-Frau, Mann-Mann, Frau-Frau oder in anderen Kombinationen. Du bestimmst, was dir gefällt, worauf du Lust hast und was du eher nicht magst. Lass dir von niemandem etwas anderes einreden. Sex zwischen Männern ist weder unnatürlich noch schmutzig, ist keine Sünde und nicht wider die göttlichen Gesetze. Zur Fortpflanzung und Erhaltung der Menschheit trägt Sex zwischen Männern tatsächlich nichts bei - der grösste Teil der Sexualität zwischen Mann und Frau allerdings auch nicht. Wichtig ist nur eines: dass du für dich selber erkennst, wie viel Schönes und Gutes in deiner Sexualität vorhanden ist! Etwas, das sich so toll anfühlt, soll schlecht sein? Solange die Erfüllung sexueller Wünsche auf Gegenseitigkeit beruht, kann man da nur antworten: Blödsinn!

Lerne «Nein» zu sagen und akzeptiere auch ein «Nein»!

Das heisst nun aber nicht, dass Sexualität immer nur schön ist. Es gibt durchaus Situationen, die unangenehm oder sogar verletzend sein können: Du wirst zum Beispiel von jemandem zu Dingen gedrängt, die du eigentlich nicht möchtest, aber du weisst nicht, wie du dazu nein sagen sollst. Vielleicht willst du diesen Mann nicht verletzen oder verlieren. Vielleicht hast du sogar Angst, er könnte dir etwas antun? Es ist zum Beispiel gut möglich, dass du als unerfahrener Neuling in der schwulen Szene von Männern mit mehr Erfahrung als «Frischfleisch» und Sexobjekt betrachtet und entsprechend behandelst wirst. Und gleichzeitig brennst du darauf, erste Erfahrungen zu sammeln. Umso wichtiger ist es zu lernen, nein zu sagen, wenn dir etwas nicht passt! Du alleine bestimmst, wie weit du Lust hast, mit einem anderen Jungen oder Mann zu gehen. Du bist derjenige, der bestimmt, mit wem du Sex haben möchtest und mit wem nicht. Du bestimmst, welche Art von Sex dir zusagt und was du nicht magst. Du hast das Recht, Grenzen zu setzen und ganz klar zu sagen, wenn du mit etwas nicht einverstanden bist. Ein klares «Nein» oder wenn nötig «Hände weg» wird in der Regel auch verstanden und respektiert. Sollte es trotzdem dazu kommen, dass jemand gegen deinen Willen Grenzen überschreitet, hast die Möglichkeit, dich an eine regionale Opferberatungsstelle zu wenden, wo du kompetente Beratung und Hilfe erhältst (Adressen im Telefonbuch unter «Opferberatung»).